Mittwoch 29. Juni 2016
flickr facebook
Link zu den Bundesländern Vorarlberg Burgenland Tirol Kärnten Niederösterreich Wien Oberösterreich Salzburg Steiermark

Inhalt:

Themen Tirol

Im nächsten Leben werd´ich Tunnel ...?!

Familienbeihilfenkürzung, finanziell ausgehungerte Universitäten,

unterbezahlte Lehrstellen oder Pflichtpraktikum für lau?

Jugendliche in Ausbildung oder im Arbeitsleben haben es

alles andere als leicht! Die JUSOS Tirol stellen im Folgenden

grundlegende Forderungen für die Bereiche Lehre, Schule und

Universität und zeigen, dass mit dem nötigen Quäntchen an

politischem Willen, Chancengleichheit im Bildungssystem alles

andere als unfinanzierbar ist! Gerechtigkeit im Steuersystem,

echte Strukturreformen und eine Absage an sinnlose

Infrastrukurprojekte ala Brennerbasis- oder Koralmtunnel!

Milliarden für die Jugend statt für das Loch im Berg!

Wir haben genug von Politker_innen, die uns einreden, WIR hätten

über unsere Verhältnisse gelebt. Tatsache ist doch, Österreich hätte

genug Geld, um allen Jugendlichen eine erstklassige Ausbildung

zu ermöglichen - der langfristige volkswirtschaftliche Nutzen liegt

auf der Hand: Wer belastet den Staatshaushalt der Zukunft wohl

eher, die technische Mathematikerin oder der Langzeitarbeitslose?

Und wer bezahlt das alles? Gute Frage,

klare Antwort: Tax the rich!


Gute und gerechte Ausbildung für alle kostet und zwar viel!

Die in Österreich tatsächlich schon hohe Steuerbelastung ist

aber ungerecht verteilt! Während Gewinne und Vermögen

im internationalen Vergleich extrem niedrig oder gar nicht

besteuert sind, speist sich der bei weitem größte Teil des

Steueraufkommens aus unsozialen Massensteuern, z. B. der

Mehrwertsteuer. Wir bekennen uns zu einem solidarisch

progressiven Steuersystem und sehen es als selbstverständlich

an, dass Menschen, die durch harte Arbeit oder pures Glück über

mehr Geld verfügen, auch einen größeren Teil zur Finanzierung

unseres Staatswesens beitragen. Prinzipiell stehen wir für

Vermögens-, Erbschafts- und Schenkungssteuern und

einen Steuerzuschlag bei Spitzeneinkommen. Eine

grundlegende Reform des Steuersystems nach diesen

Grundsätzen könnte Mehreinnahmen von fünf bis

sechs Milliarden EUR bringen. Leicht genug, untere

und mittlere Einkommen zu entlasten und ein

sozial gerechtes Bildungssystem zu finanzieren!


Kurswechsel in der Hochschulpolitik!

Kaum eine Woche vergeht ohne Aufschrei aus dem

Hochschulsektor: zu wenig Geld, zu viele Studierende! Und

kaum einer dieser Aufschreie bleibt von konservativer Seite

unbeantwortet: Die ÖVP bringt ihre Elitefantasien in Stellung:

Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren. Aber sind

zuviele Studierende tatsächlich unser Problem? Der OECDVergleich

macht uns sicher, Österreich hat zu wenige, NICHT

zu viele Studierende und die Alpenrepublik gibt im Vergleich

viel zu wenig für den tertiären Bildungssektor aus. Nach wie

vor sind Kinder von Eltern mit Hochschulabschluss an den

Universitäten überrepräsentiert. Um diesen Trend umzudrehen

und den Zugang zur Uni endlich nur noch von Eignung

und Interesse abhängig zu machen, bedarf es der Arbeit

an vielen Baustellen! Wir fordern die Ausfinanzierung

des Hochschulsektors (mindestens 2 % des BIP), eine

echte soziale Absicherung von Studierenden, ein Ende

der Verschulung durch den Bologna-Prozess und die

Abschaffung jeder Art von Zugangsbeschränkungen!



Mei Lehr isch nit deppat!


In vielen Bereichen der Lehrlingsausbildung

gibt es Missstände - angefangen von der

Berufsschule bis hin zur Lehrlingsentschädigung:

Lehrlinge werden oft nicht gerecht entlohnt und müssen

mit ihrem ohnehin geringen Lohn zudem noch sauteures

Berufsschulheim sowie die Fahrt zum Betrieb und retour

bezahlen. Wir fordern daher eine gerechte Entlohnung durch

die Einführung einer Mindestlehrlingsentschädigung, die

Möglichkeit zur Absolvierung der Reifeprüfung für alle

Lehrlinge, eine Lehrlingsfreifahrt und die Übernahme aller

Kosten für Berufschulheime durch die öffentliche Hand.

Eine Lehre muss zudem die Möglichkeit bieten, viele

verschiedene Facetten eines Berufs kennenzulernen -

-dies wird nur durch die Einführung öffentlicher

Lehrwerkstätten gesichert.


Eine Schule für Alle


Nach wie vor behält der Spruch "Zeig mir deine Eltern, ich zeig dir

deine Bildung" all seine Gültigkeit - Akademiker_innenkinder ins

Gymnasium und an die Uni, Arbeiter_innenkinder in die Hauptschule

und die Lehre. Unser differenziertes Schulsystem zwingt Kindern mit

zehn Jahren eine Entscheidung auf, die kaum an realen Interessen

und Begabungen der Schüler_innen orientiert ist, sondern lediglich

soziale Ungleichheiten in der Gesellschaft reproduziert.

Wir stehen für eine gemeinsame Schulausbildung aller Kinder

für die Dauer ihrer Pflichtschulzeit, um so eine möglichst große

Chance auf höhere Bildung und Auslebung und Findung von

Interessen zu bieten. "Gesamtschule" bedeutet aber viel mehr,

als alle Kinder in eine Klasse zu setzen. Sie muss gemeinsam mit

der Einführung der Ganztagesschule, dem flächendeckenden

Ausbau von Schulsozialarbeit, einer Re-Definition des Bildungsund

Leistungsbegriffs, dafür notwendiger neuer Schulinfrastruktur

und verbesserter Lehrer_innenausbildung als Mosaikstein einer

grundlegenden Schulreform gesehen werden.

Schule als Lebensraum muss mehr wollen, als Erziehung zur

Leistungserbringung und das Ausloten der eigenen Interessen und

die Befähigung zu kritischem Denken ermöglichen.


Deshalb fordern wir...


Tax the Rich: Vermögenssteuern, Erbschaftssteuer,

Schenkungssteuer, Steuerzuschlag auf Spitzeneinkommen


Schule : Gesamt- und Ganztagsschule,

Sitzenbleiben abschaffen, flächendeckende

Schulsozialarbeit


Uni: Abschaffung aller Zugangsbeschränkungen, Ausfinanzierung der

Universitäten, Kurswechsel im Bolognaprozess - NEIN zur Verschulung der

Hochschulen, soziale Absicherung aller Studierenden


Lehre : Mindestlehrlingsentschädigung,

Übernahme der Heimkosten, Lehrlingsfreifahrt


Nein zu sinnlosen Milliardenprojekten,

ja zu einem gerechten Steuersystem

und ein ausfinanziertesBildunsgsystem!



vorheriges Bild Bild Pause/Fortsetzen nächstes Bild
vorheriges Video Video Pause/Fortsetzen nächstes Video
IMPRESSUM © sozialistische jugend
http://jusos.at/